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Mit staubigen Klamotten Gott erlebt

 

Mit 15 Leuten waren wir vom 22. Dezember 2013 bis zum 6. Januar 2014 zu einem missionarischen Einsatz in Mali. Auch Seminaristen des TSR waren mit von der Partie und haben sich mit ihren Begabungen toll eingebracht. Mit vielen Ideen und einem provisorischen Programm sind wir in der malischen Hauptstadt Bamako gelandet – mit vollen Köpfen und Herzen aufgrund vielfältiger Erfahrungen und einer Menge afrikanischem Staub in den Klamotten kamen wir zurück. Wir haben Mission existentiell erlebt, Gottesdienste gestaltet, Gefangene im Knast besucht, missionarische Kindernachmittage organisiert und Fußball- und Volleyballtraining durchgeführt. Dabei haben wir eng mit malischen Gemeinden und der malischen Sport-organisation EPHRATA zusammengearbeitet, damit die Nachhaltigkeit gewährleistet ist. Ein Jugendleiter aus Bamako schreibt in einer Mail: „Euer Aufenthalt in Mali war ein wirklicher Segen für uns. Danke für alle Ermutigung. Ich werde weiter für euch beten. Wir wollen jetzt damit beginnen, ein Volleyballteam in unserem Stadtviertel aufzubauen, um Jugendliche zu erreichen.“

Kein Land für Romantiker

Die Erfahrungen für unser Team waren vielseitig: Sich an über 30 Grad mitten im Winter gewöhnen und sportlich an die Grenzen kommen, mit Händen und Füßen kommunizieren und sich übersetzen lassen, Predigten vor fremden Menschen aus einer völlig anderen Kultur halten, mit Gefangenen für eine Zeit die Zelle teilen und über Vertrauen und Neuanfang reden, malische Gastfreundschaft genießen und lernen, Luxus nicht nur materiell zu definieren, den beißenden Qualm verbrannten Plastiks in der Nase haben, sich körperlich schwach fühlen, obwohl man mit Kopf und Herz voll motiviert ist, flexibel auf veränderte Situationen reagieren, Rollen übernehmen, die neu sind, gesundheitlich angeschlagen sein mit Fieber und „Flitzekacke im 2-Stunden-Takt“.
Was ist geblieben? – Gott hat geredet in der persönlichen Stille, beim Lobpreis und den Bibelarbeiten in der Gruppe, in persönlichen Gesprächen, beim Gang durch die staubigen Stadtviertel und durch den Anblick der Menschen und ihrer Nöte, durch Gespräche und gemeinsame Zeit. Mali ist sicher kein Land für Romantiker und idealistische Schöngeister – aber ein Land für Menschen, die es zulassen, dass Gott durch den Blick armer und zerlumpter Kinder redet; für Menschen, die sich von geistlicher Not und menschlicher Armut nicht abschrecken, sondern herausfordern lassen. Ganzheitliche Mission ist keine künstlich hergestellte Balance aus Wort und Tat. Du tust das, was gerade dran ist: Wer Reis braucht, der bekommt Reis – das Wort kommt später; du finanzierst die Operation eines Menschen, den du gar nicht kennst und mit dem du vielleicht nie wirst reden können – vielleicht tut das jemand anderes, wenn du schon längst weg bist. Alles passiert ganz natürlich, so, wie Gott es zulässt. Besonders im sportlichen Bereich haben sich im Staub der Sportplätze in der kurzen Zeit des Einsatzes sehr wertvolle Gespräche und Kontakte ergeben. Wir wünschen uns, dass sie von unseren malischen Freunden genutzt werden.

Wenn Theologie zum

Leben erwacht

Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, mit der Gruppe unterwegs zu sein. Ich mag es, wenn Leute etwas wagen, sich ausprobieren, neue Horizonte entdecken und erleben, wie Theologie ins Leben eintaucht und aus dem Gefühl der anfänglichen Unsicherheit vielfältige und bereichernde Erfahrungen entstehen. Unterwegs sein, Gott erleben, Menschen dienen – das sind wertvolle und wichtige Erfahrungen, die das Lernen der Theologie an einer Schule ergänzen.
Wir sind Gott dankbar, dass die politische Situation in den meisten Landesteilen Malis stabil ist und wir den Einsatz mit einem guten Gefühl und ohne Sorgen durchführen konnten. Unsere Partner in Mali haben positiv auf unseren Beitrag reagiert. Eine Missionarin schreibt: „Wir sind sehr dankbar für den Einsatz und für die vielen Begegnungen auf dem Sportplatz, in Gemeinden, in Gefängnissen. Sie haben vielen Menschen von Jesus erzählt oder Gemeindeleute neu motiviert.“

Alfred Meier ist Dozent bei NEUES LEBEN.

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