50 Jahre CVJM Schafhausen

 

50 Jahre CVJM Schafhausen

mit toller Unterstützung durch ‘NEUES LEBEN‘.


Schon zwei Jahre vor dem großen Datum war irgendwie klar: dieses Jubiläum sollte und wollte gefeiert werden. Aber wie feiert man ein 50-jähriges Jubiläum? Klein und bescheiden und unter seines­glei­chen, oder doch größer und einladend für die ganze Dorfgemein­schaft?

50 Jahre sind immerhin ein halbes Jahrhundert und verheißen Beständigkeit. Beständigkeit in der Jugendarbeit und im missionari­schen Gemeindeaufbau, einerseits unabhängig von der örtlichen Kirchengemeinde und doch mittendrin.

 

Beständigkeit ist die positive Seite der Medaille. Die Seite, die wir gerne vorzeigen und über die wir sprechen. Die Arbeit des CVJM wurde 50 Jahre von Gott getragen und gesegnet. Dafür sind wir sehr dankbar. Doch die Kehrseite war, dass wir als Verein - und auch die einzelnen Mitarbeiter - doch recht mutlos geworden waren und nur auf „unsere Möglichkeiten“ und das für „uns Leistbare“ sahen. Wir hatten schon noch den Blick auf Jesus, aber in unserer Kraftlosigkeit kreisten wir in den Gruppen und Kreisen doch oft nur um uns selbst. Einladen zu Jesus steht in unserem Programm, doch das blitzte zu selten sichtbar und spürbar auf. Wir waren eine Gruppe, die aus dem Pflichtgefühl, das ihr zu Eigen war, aus Loyalität zu den Gründungs­mitgliedern und der inneren „schwäbischen Verpflichtung: M’r sott was macha“ (Übersetzung für Nichtschwaben: „Wir fühlen uns verpflichtet, etwas auf die Beine zu stellen“), zu der Entscheidung gelangte, dass ein festliches Ereignis angebracht wäre.

Mit der Idee einer Jubiläumsveranstaltung machte sich jedoch große Hilflosigkeit breit. Es war klar, wir kleiner, „schwacher Haufen“ fühlen uns außerstande so ein Projekt zu stemmen.

 

 

Eine Mitarbeiterin kannte „NEUES LEBEN“ und schlug vor, diese Organisation mit ins Boot zu holen. Nach anfänglichem Zögern kam es zu einer ersten telefonischen Kontaktaufnahme des CVJM-Vorsitzenden mit Markus Pfeil und bald darauf zu einem Treffen mit einigen zaghaften CVJM Mitarbeitern. Wir hatten gehofft, dass Markus Pfeil als Evangelist und „Profi“ mit einem „passenden“ Konzept zu uns kommen würde.  Stattdessen hörte Markus  viel zu, half herauszufinden, was zu unserem kleinen Dorf passt und welche Anliegen uns CVJM’ern am Herzen liegen. Das Eis war schnell gebrochen, dank Markus einfühlsamer und motivierender Art.

 

Einige fingen Feuer für den Vorschlag, ein dreitägiges Fest-Wochen­ende auf die Beine zu stellen. Dazu ein Konzert, um Kinder und junge Eltern anzusprechen. So entstand ein Konzept, das unserem Dorf (ca. 2000 Einwohner) auf den Leib geschnitten war:

 

Am Freitag, den 7.10.16 startete das Jubiläum mit einem Abend rund um den CVJM unter der Überschrift „Celebration“. SRS war mit sportlichen Aktionen und einer Predigt mit von der Partie. Dazu gab es einen geschichtlichen Rückblick auf das Vereinsleben und ein kunterbuntes Programm, an  dem sich einige örtliche Vereine beteiligten. Das Interesse im ganzen Dorf war sehr groß und die Plätze in der Festhalle alle belegt.

Die zweite Veranstaltung am Samstag sollte ein missionarischer Abend werden. Im Vorfeld verschenkten wir an Menschen, die uns am Herzen lagen, Eintrittskarten zur Dinner-Night.

 

 

Auch diesmal war die Halle voll mit Menschen, die normalerweise nicht kommen um das Wort Gottes zu hören. Die Tische waren festlich gedeckt und die Beleuchtung stimmungsvoll. Ein Partyservice sorgte für ein leckeres 3-Gänge-Menü. Anschließend lauschten die Gäste den ansprechenden und sehr authentisch vorgetragenen Liedern von Meline Pacek mit Band. Die dritte Säule des Abends war eine kurzweilige und herausfordernde Predigt von Markus Pfeil, die viele mitriss und berührte.

Am Sonntag stand dann zum Abschluss des Jubiläums-Wochen­endes ein Festgottesdienst auf dem Programm: mit eigens dafür ins Leben gerufener „BÄNT“, selbstinitiierter Theatergruppe, Posau­nenchor und leidenschaftlicher Predigt von Markus Pfeil: passend zu unserem Jubiläumsmotto: „Eine Herde, ein Hirte, eine Hoffnung!“ Auch dieser Gottesdienst war sehr gut besucht, und die Festhalle wieder nahezu voll. Markus verstand es, mit dem Gleichnis vom verlorenen Schaf jeden Zuhörer dort abzuholen und anzusprechen, wo er sich geistlich gesehen befand. Egal ob er als Hirte Verantwortung für andere Menschen trägt, als „braves“ Schäfchen zur Herde gehört oder als verlorenes Schäfchen von seinem Hirten gesucht wird.

 

Dieses Motto hat und hatte es uns angetan, als Schafhausener. War uns doch bewusst geworden, welchen wunderbaren Namen unser Dörfchen trug: SCHAFHAUSEN! Der Wunsch, dass diese Schäfchen ihren Hirten kennenlernen und hier eine saftig grüne Weide entstehen kann, wurde im Laufe der Vorbereitungszeit immer stärker. Dafür lohnt sich unser Einsatz, das wurde klar.

 

Wir haben den Blick neu auf Jesus gerichtet, alles in seine Hand gelegt und tatsächlich gespürt wie er uns so Kraft und Mut schenkt.

Zwei Wochen nach unserem Jubiläums-Wochenende gab es dann, sozusagen als krönenden Abschluss, gemeinsam mit den Lehrerinnen und Kindern der örtlichen Grundschule, ein Kindermitmachkonzert mit dem Liedermacher Mike Müllerbauer. Dieses Konzert übertraf alle unsere kühnsten Hoffnungen, junge Familien unseres Neubau­gebiets ansprechen und einladen zu können. An diesem späten Freitagnachmittag waren die Straßen dieses neuen Ortsteils wie leer gefegt, denn Kinder und Eltern drängten sich in der Festhalle und ließen sich von den Liedern mitreißen, die die Grundschulkinder im Vorfeld teilweise schon mit ihren Lehrerinnen eingeübt hatten.

 

Unser Neubaugebiet war vor nicht allzu vielen Jahren tatsächlich eine echte Schafweide. Und heute haben wir die Vision, dass hier Menschen von ihrem Hirten gefunden werden.

 

 

Wir staunen und sind dankbar, was Gott alles möglich gemacht hat, wie er uns durchgetragen, ermutigt und gestärkt hat. Eine Hand voll Leute, ein zögerlicher und manchmal „kleingläubiger“ CVJM hat zusammen mit ‘NEUES LEBEN‘ ein Wochenende auf die Beine gestellt, das viel in Bewegung gebracht hat. Unser CVJM ist dadurch innerlich und äußerlich gewachsen. Wir haben uns während der Vorbereitung verändert, sind mutig geworden, haben angefangen von uns und unserer Begrenztheit wegzusehen und Jesus alles zuzutrauen. Wir haben zusammengestanden und  sind zusammengewachsen in dem Wunsch Menschen für Jesus einzuladen, auch ganz im Sinne der Gründer des CVJM.

 

Diese Veranstaltungen sollen kein Punkt und kein Abschluss eines schönen Jubiläums sein, sondern ein Doppelpunkt: Jetzt darf und soll es weitergehen! Das war ein Anfang!

 

Der Anfang einer Veränderung und eines Wachstum der Arbeit des CVJM Schafhausen e.V. mit Jesus im Bunde.

 

Daniela Sixt,

Frank Wimmer

für den CVJM Schafhausen

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