Die Kipptheorie

 

„Der Mensch, dem die Ewigkeit von seinem Schöpfer ins Herz gelegt worden ist, kann seine Sehnsucht nach Gott nicht allzu lang im Abseits ablegen“, sagt Doris Schulte. In ERLEBT erläutert sie, warum es wichtig ist, diese tiefe Sehnsucht nach Sinn, Erfüllung und Bedeutung durch Gott zu speisen.

 

Als ich einmal „all inclusive“ verreist war und einen entspannten Urlaub mit vielen kulinarischen Köstlichkeiten genoss, sehnte ich mich nach zehn Tagen wieder zurück in meine Heimat. Mir fehlten zunehmend meine Arbeit und ein gut bürgerliches Essen. Eine solche Erfahrung nennt man „Kipptheorie“ – oder anders ausgedrückt: „Was den Menschen heute fehlt, wird ihnen morgen wichtig!“ Den Menschen in unserem Land geht es in Bezug auf den Glauben an Gott genauso. Als es in den 90er Jahren immer mehr Zeichen für die Säkularisierung gab, schenkten gleichzeitig immer mehr Menschen ihre Zuwendung der Suche nach dem Sinn des Lebens. Inzwischen sollen es ca. sechs Millionen vor unseren Haustüren sein, die Ruhe und Halt in philosophischen und humanistischen Ideen suchen oder versuchen, bei den großen Weltreligionen, in asiatischen Praktiken oder esoterischen Übungen das Göttliche zu finden.

An der Quelle bleiben
Der Mensch – dem die Ewigkeit von seinem Schöpfer ins Herz gelegt worden ist – kann seine Sehnsucht nach Gott nicht allzu lang im Abseits ablegen. Das, was für ihn vermeintlich unbedeutend war, verlangt mit der Zeit nach Aufmerksamkeit und er macht sich auf die Suche nach dem Sinn. Wir wollen diesen Menschen authentisch begegnen. Dabei ist es ganz wichtig, dass wir persönlich an der Quelle bleiben. Nur wenn wir selber regelmäßig die Bibel lesen und mit Gott im Gespräch bleiben, werden wir für Jesus brennen, anstatt für lockenden Konsum, Komfort, Vergnügen oder unsere Arbeit – alles an sich natürlich keine schlechten Dinge. Nur wenn wir unsere eigene Sehnsucht nach Sinn, Erfüllung und Bedeutung durch Gott speisen, werden wir das Salz der Erde sein.

Einladen zum Leben
Wenn wir für Jesus brennen, werden wir den Menschen, die innere Ruhe und Geborgenheit bei Meditationskursen suchen, erzählen, wie wir ruhig werden. Wir werden ihnen erklären, wie wir mit Gott reden und wenn sie krank sind, werden wir den Mut haben zu fragen: „Darf ich für dich beten – zum Gott der Bibel?“ Menschen, die nach einem ganz neuen Leben suchen, werden wir von Jesus erzählen und davon, was er alles in unserem Leben neu gemacht hat. Wenn sie sich danach sehnen, ein Teil des Göttlichen zu sein, dann werden wir ihnen sagen, dass uns das „Göttliche“ nicht in die Wiege gelegt wurde, sondern dass wir durch unsere Sünde und Schuld von Gott getrennt sind. Aber wir werden ihnen auch erzählen, dass es so nicht bleiben muss, sondern dass jeder, der glaubt, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist und für unsere Sünde und Schuld gekreuzigt und auferstanden ist, Gott in seinem Herzen und damit ewiges Leben haben kann. Dann – und nur dann – sind wir wirklich „Salz der Erde“.

 

Doris Schulte, Evangelistin

 

Bild: Thinkstok.com/iStock

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