Ich bin wertlos!

 

„Seit meinem 13. Lebensjahr leide ich darunter, immer wieder das Gefühl zu haben, wertlos zu sein. Ich sehe nicht gut aus, ich kann nichts und keiner beachtet mich. Auch im Büro bin ich die kleine graue Maus, die keinem auffällt. In meiner Freizeit beschäftige ich mich sehr viel mit mir selbst und der Kontakt zu anderen Menschen ist gering. Ich leide darunter und weiß nicht, wie ich diese Mauer durchbrechen kann?“

 

Viele Menschen gehen mit Gedanken über die eigene Wertlosigkeit selbst ins Gericht und versuchen, ihnen durch eigene Kraftanstrengungen entgegenzuwirken. Sie stellen sich z.B. vor einen Spiegel und rufen sich selbst zu: „Du bist schön!“ Notizen werden an besonderen Stellen angeklebt, auf denen ihre tollen Eigenschaften stehen. Sie wiederholen gebetsmühlenartig bestimmte Formeln wie: „Du bist toll, du bist stark, du bist etwas ganz Besonderes.“ Meistens bringt diese Selbsthilfe nichts. Die Gedanken der Wertlosigkeit und Selbstzweifel werden nicht durch mehr Erfolg und Anerkennung besonderer Leistungen verschwinden. Der Selbstwert ist weniger ein Ergebnis von Bewunderung, Lob und Respekt. Er resultiert viel stärker aus der grundlegenden Fähigkeit, sich selbst zu mögen. Diese Selbstliebe trägt mich auch, wenn ich keinen Erfolg und keine Anerkennung erhalte. Einmal erwächst der stabile Selbstwert aus einer sicheren Bindung an Vater, Mutter oder an beide Eltern. Unterstützung, Empathie und Zuwendung entwickeln das Selbstbewusstsein des Kindes. Diese Unterstützung ist für ein Kind wichtig, weil sie nicht an die Leistungen und Begabungen gebunden ist. Diese Unterstützung und Anerkennung ist da, weil man das Kind der Eltern ist. Auch bei der Eigenliebe oder Eigenakzeptanz ist dieses hilfreiche Prinzip anwendbar. Ich liebe mich nicht selbst und akzeptiere mich nicht selbst, weil ich so toll bin, sondern weil ich auch zu mir stehe und mich liebe, wenn es einmal nicht so gut läuft! Diese Grundhaltung fehlt Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl. Es ist schwer, dieses mangelnde Selbstwertgefühl zu beseitigen, aber die Erkenntnis dieser Zusammenhänge hilft oft schon, die Lage zu reflektieren und einzuordnen. So kann man Strategien entwickeln und bessere Entscheidungen treffen.

Peter Schulte, Praxis Lebensberatung

 

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Bild: publicdomainpictures/pixabay

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