Setzen Sie die Segel richtig

 

„So spricht der Herr zu seinem Volk: „Stellt euch an die Straßen und erkundigt euch, welchen Weg eure Vorfahren gegangen sind. Fragt nach dem richtigen Weg, und dann beschreitet ihn. So findet ihr Ruhe für euer Leben. Aber ihr sagt: ‚Nein, diesen Weg gehen wir nicht!‘“ (Jeremia 6,16; HFA).

Die richtige Entscheidung zu treffen ist nicht immer leicht. Es stimmt: Wer die Wahl hat, der hat die Qual. Dabei sind es aber nicht nur die großen Entscheidungen, die unser Leben prägen. Welche Schule oder Ausbildung ist die richtige für mich? Wie finde ich echte Freunde? Mit wem will ich mein Leben teilen? Sollen wir bauen oder mieten? Soll ich meine Arbeitsstelle noch einmal wechseln?

Es sind oft die vielen kleinen, unbewusst und intuitiv getroffenen Entscheidungen, die von meiner Grundeinstellung und meinen Werten geprägt sind. So finden wir uns manchmal in Lebenssituationen wieder, in denen wir nie sein wollten. Dann wird gejammert und geschimpft und wir hadern mit unserem Schicksal. Dabei haben unsere Entscheidungen uns geführt.

„Die Winde des Schicksals“ heißt auch ein Gedicht von Ella Wheeler Wilcox. Frei übersetzt sagt es: „Ein Schiff segelt gegen Osten, ein anderes gegen Westen. Dieselben Winde treiben sie voran. Es ist die Ausrichtung der Segel, die uns den Weg weist, und nicht der Wind. Wie die Winde des Meeres, so sind die Wege des Schicksals. Auf unserer Reise durchs Leben bestimmt die Ausrichtung der Seele unsere Richtung und unser Ziel, nicht etwa die schicksalhafte Stille oder die Stürme des Lebens.“

Die Ausrichtung unserer Seele ist vom Ziel her bestimmt. Und wo kein Lebensziel vorhanden ist, da fehlen auch die Lebensmitte und der Lebenskurs.

Die Suche nach dem Weg durchs Leben ist nicht neu. Schon der Prophet Jeremia sagte zum Volk Israel: „So spricht der Herr zu seinem Volk: „Stellt euch an die Straßen und erkundigt euch, welchen Weg eure Vorfahren gegangen sind. Fragt nach dem richtigen Weg, und dann beschreitet ihn. So findet ihr Ruhe für euer Leben. Aber ihr sagt: ‚Nein, diesen Weg gehen wir nicht!‘“ (Jeremia 6,16; HFA). Die alten Wege der Vorfahren – auf ihnen geht es zurück zum Anfang: Der Mensch ist für die Gemeinschaft mit Gott erschaffen (1. Korinther 1,9). Das Lebensziel ist die Ruhe, die aus der ewigen Gemeinschaft mit Gott kommt. Ewiges Leben ist eine Sehnsucht, die wir in unserer auf das Heute fixierten Zeit nicht mehr vor Augen haben. Und doch brennt in unserem Herzen die Sehnsucht nach Ruhe in unserem Leben (Hebräer 4).

Wenn ich die Segel meiner Seele auf Gott ausrichte, dann werden die Schicksalswinde des Lebens mich nicht vom Kurs und Ziel abbringen können. Im Gegenteil: Gott nutzt die Böen des Lebens, um uns zum Ziel zu bringen. Allein die Entscheidung, unsere Seele in den Wind Gottes zu stellen, kann uns keiner abnehmen.

 

Wilfried Schulte (Missionsdirektor)

Doris Schulte (Evangelistin)

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