Wie gründet man mit Erfolg ein Theologisches Seminar?

 

ein Wort zur Sache

Neulich stellte mir ein Anrufer diese Frage. Er kündigte telefonisch seinen Besuch an, weil er sich mit dem Gedanken trug, selbst ein Seminar zu starten und er erhoffte sich von mir einige hilfreiche Tipps. Ich vermute, er war nach unserem persönlichen Gespräch ein wenig enttäuscht, weil ich zugeben musste, dass ich ein „Erfolgsrezept“ für Schulgründungen nicht kenne.


Im Gegenteil: Wenn wir in diesem Jahr 30 Jahre TSR feiern, wird uns vor allem bewusst, dass es nicht an unseren großartigen Fähigkeiten und Konzepten lag, dass das Seminar zu dem wurde, was es ist.
Peter Schulte und ich hatten bei der Eröffnung im September 1985 noch keine Ahnung, was alles auf uns zukommen würde. Hätten wir und die damalige NEUES LEBEN-Leitung auch nur entfernt geahnt, welches „know how“ man beispielsweise bei der Bezirksregierung oder beim Kultusministerium von Menschen erwartete, die eine neue Ausbildungsstätte ins Leben rufen – vermutlich hätten wir es nicht gewagt, den Antrag auf Genehmigung der theologischen Fachschule zu stellen.


30 Jahre später dürfen wir dankbar zur Kenntnis nehmen, dass sich in der Entwicklung des Seminars widerspiegelt, dass Gott seine Finger im Spiel hatte. Dass er seinen Segen dazu gegeben hat, ist offensichtlich. Mit Psalm 127,1 könnte man es so ausdrücken: „Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.“ Wir dürfen das TSR tatsächlich als ein solches Haus ansehen, das Gott gebaut hat.
Viele Entwicklungen der drei Jahrzehnte machen deutlich, dass Gott uns beschenkt hat. Ob es die BAföG-Anerkennung im Jahr 1989 war, die passenden Dozenten, die er uns immer wieder im rechten Moment geschickt hat, ob es die vielen guten Kooperationen sind, die wir in den letzten Jahrzehnten eingehen konnten oder die vielfältige internationale Akkreditierung, die wir seit einigen Jahren erhalten haben. All das stimmt uns dankbar.


Vor allem aber sind wir dankbar für 850 junge Frauen und Männer, die in diesen 30 Jahren am TSR ausgebildet wurden. Viele von ihnen tun heute genau das, was damals mit der Gründung des Seminars bezweckt wurde: Sie sind überall auf der Welt unterwegs und erzählen Menschen von Jesus. Damit multipliziert sich die Arbeit der Evangelisation.
Und in diesem Jahr steigen erneut über 40 junge Leute in das erste Semester der Ausbildung ein, so dass wir wieder ca. 90 Studierende hier in Wölmersen haben. Das ist großartig und dafür wollen wir Gott die Ehre geben.

 

Klaus Schmidt ist Dozent am Theologischen Seminar Rheinland

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