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Geld regiert die Welt – oder?

 

Diesen Satz hört man oft. Beinahe täglich wird uns in den Medien vor Augen geführt, dass ohne Geld in dieser Welt (fast) nichts funktioniert. Und weil das so ist, dreht sich auch fast alles ums Geld. Und wie ist das im Reich Gottes? Geht es hier etwa auch nur um Geld? Kommt es in Gemeinde und Mission nicht auf ganz andere Dinge an? Das ist sicher richtig.


Allerdings spielen Geld und Besitz auch im Reich Gottes eine bedeutende Rolle. In der Bibel wird über diese Themen häufiger gesprochen als über viele andere. Manch einer wundert sich vielleicht, dass wir im Alten und Neuen Testament über hundert Passagen finden, die vom Geld oder vom Vermögen sprechen. Die Bibel redet immer wieder vom Eigentum und von der Verantwortung, die man trägt, wenn Gott einem materiellen Besitz anvertraut hat.

 

Allerdings wird dieses Thema anders behandelt, als wir das in unserer Welt gewohnt sind. Anhand von vier Thesen zu Geld und Besitz möchte ich zeigen, wie grundsätzlich sich das biblische Denken von dem unserer Zeit unterscheidet.

1. Besitz ist anvertrautes Gut und damit nichts, worauf wir uns etwas einbilden könnten

Dass Arbeit erfolgreich ist und man dadurch Gelegenheit hat, zu Wohlstand und materiellem Besitz zu kommen, sollten wir das als ein Geschenk von Gott begreifen. Der Apostel Paulus schreibt an seinen jungen Mitarbeiter Timotheus: „Schärfe denen, die es in dieser Welt zu Reichtum gebracht haben, ein, nicht überheblich zu sein und ihre Hoffnung nicht auf etwas so Unbeständiges wie den Reichtum zu setzen, sondern auf Gott; denn Gott gibt uns alles, was wir brauchen in reichem Maß und möchte, dass wir Freude daran haben.“ (1. Tim. 6, 17) Damit sind wichtige Eckpunkte gesetzt: Reichtum darf nicht stolz machen und er soll uns nicht in falsche Sicherheit wiegen. Man darf ihn als Geschenk von Gott ansehen und als solches durchaus genießen.

2. Wenn Gott uns Dinge schenkt, gibt er uns zugleich auch die Verantwortung, damit in richtiger Weise umzugehen

Wer materielle Werte hat, muss verantwortlich damit umgehen. Dabei ist es nicht unbedingt wichtig, wie viel oder wenig man besitzt. Es kommt vielmehr darauf an, dass man seiner Verantwortung gerecht wird. Paulus stellt den Christen in Korinth, unter denen einige wohlhabende Leute waren, die Gemeinden in Mazedonien als Vorbild vor Augen. Er schreibt: „Die mazedonischen Christen gingen bis an die Grenze dessen, was ihnen möglich war – ja sogar noch darüber hinaus … Sie baten uns um das Vorrecht, sich an dem Dienst der Unterstützung für die Gläubigen in Jerusalem beteiligen zu dürfen…“ (2. Kor. 8, 3f). Die Korinther – denen es in verschiedener Hinsicht besser ging, ermahnt er: „Ihr seid in so vielen Dingen überaus reich gesegnet … seht zu, dass sich dieser Reichtum in Hilfsbereitschaft für die Gemeinde in Jerusalem zeigt“ (2. Kor. 8, 7).

3. Wer von dem, was er besitzt, in Gottes Reich investiert, ehrt Gott und trägt dazu bei, dass sich Gottes Reich in dieser Welt ausbreitet

Das gilt unabhängig davon, ob man objektiv gesehen eher zu den Reichen oder zu den Armen gehört. „Wenn ihr wirklich etwas geben wollt“ schreibt Paulus, „dann ist es nicht entscheidend, wie viel ihr geben könnt.“ (2. Kor. 8, 12)
Wie in vielen anderen Bereichen unseres geistlichen Lebens gilt auch hier der Grundsatz: Auf die richtige Einstellung kommt es an! Auf diese Weise hat vielleicht mancher, der wenig besaß, das Reich Gottes mehr vorangebracht als ein wohlhabender Spender. Einmal stellte Jesus stellte seinen Jüngern eine arme Witwe als Vorbild vor Augen. Sie gab „nur“ zwei kleine Münzen in den Opferkasten. Das war in Gottes Augen mehr als die große Summe die mancher Reiche eingelegt hatte. „Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten gelegt als alle anderen zusammen“ sagte Jesus ihnen (Markus 12, 43).


4. Die Bibel nennt es ein „Vorrecht“ Gottes Sache unterstützen zu dürfen; Menschen, die das ernst nehmen, verheißt Gott einen besonderen Segen

Zu den Gläubigen in Philippi hatte Paulus ein besonderes inniges Verhältnis. Deshalb bat er sie in einem Brief darum, seinen aufopferungsvollen Dienst zu unterstützen. Nur so war es ihm möglich, seine Missionsreisen durchführen. Die Erklärung, die er den Philippern zu seiner Bitte schreibt, ist in diesem Zusammenhang sehr bemerkenswert: „Denkt jetzt nicht, ich wäre darauf aus, noch mehr zu bekommen. Es geht mir vielmehr darum, dass der Gewinn, den ihr selbst von eurem Geben habt, immer weiter anwächst.“ (Philipper 4, 17)
Das kann doch nur bedeuten: Die „Zinsen“ der Großzügigkeit fallen auf den Geber zurück. Wenn Menschen ins Reich Gottes investieren, tragen sie selbst einen Segen davon. Das ist keine Garantie, dass immer auch ein materieller Segen auf den Geber zurückfällt. Trotzdem hat Gott eine besondere Verheißung auf ein solches Verhalten gelegt.


Eines ist klar: Gott benötigt unser Geld nicht. Er ist weder auf unsere Ersparnisse noch auf unsere Opfer angewiesen. Aber er möchte uns auch im finanziellen Bereich die Chance zum Dienen und zum Helfen geben. Und als Christ in diesem Bereich verantwortlich zu handeln und sich zu engagieren, ist auch eine Art und Weise, seinen Glauben zu leben.

Autor:
Klaus Schmidt, ehem. Rektor des TSR
klaus.schmidt@tsr.de
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